Auszüge aus meinen Büchern

Hallo und schön, dass ihr euch für meine Bücher interessiert. Hier habt ihr einige Auszüge aus meinen Büchern, Einblicke in die Geschichten, Erzählungen, Philosophietexte und Gedichte.

Viel Freude, Inspiration, Muse und Ruhe beim Lesen wünsche ich euch.

 

Katerina Mestre

 


  Aus der Quelle schöpfen

I.


Weil wir lieben und an das Gute glauben, können wir die größten Hindernisse in uns selbst und außen überwinden. Und weil das Leben uns ständig zwingt, zu wachsen und zu reifen, zu lernen und zu begreifen und uns selbst eine Chance zu geben, von Neuem anzufangen, wieder aufzustehen, wenn wir fallen, um es besser zu machen. Diejenigen, die nie aufgegeben haben voranzuschreiten, Neues auszuprobieren und zu empfangen, Vertrauen in das Jetzt und in die Zukunft zu haben, sind die Helden ihrer eigenen Geschichte. Das eigene Leben ist stets das lehrreichste und das, was die größten Wunder, Mysterien und Lektionen zu erklären vermag. 

II.

 Das ist ja das wunderbare an der Weisheit: sie altert nicht, gerät nicht außer Mode, ist zeitlos und bleibt immer bestehen. Sie ist eine Konstante in unserer Menschheitswerdung und Menschheitsgeschichte. 

III.

Die Hoffnung ist unser größter Reichtum, wenn wir zulassen, sie mit Träumen, Wünschen und Visionen zu füllen. Solange wir Hoffnung haben, ist alles möglich. Es ist wie ein offenes Fenster, durch das wir wie ein Vogel fliegen können, um unsere Sehnsüchte und Ziele zu erreichen. 

IV.

Suche nicht nach außen, um das zu finden, was schon in dir ist. Höre auf die Stimme deines Herzens und folge deiner Intuition, es gibt keinen größeren Wegbegleiter als diese und keine reinere Quelle, aus der du trinken könntest. Weisheit und Erkenntnis sind in dir, wenn du lernst, auf dich selbst zu hören. 

Lichtblicke der Seele

 

Kreuzwege

 

Wir treffen uns in der Mitte,
du – kommst aus der Stille,
ich – aus dem Schweigen.
Und wir schauen uns den Spiegel der Zeit an,
und die Farben unserer Seelen
versinken in den Gewässern der tausend Meere.
Wir schauen uns den Himmel an –
die Erde singt dem Himmel ein Sommerlied,
der Himmel lächelt zurück,
lässt die Sonne scheinen,
und wir sehen uns an,
laufen aufeinander zu
und treffen uns irgendwo in der Mitte.
Irgendwo zwischen Himmel und Erde,
irgendwo zwischen den Zeilen der Zeit,
irgendwo zwischen verborgenen Gedanken,
irgendwo zwischen den Farben des Lebens,
irgendwo, wo die Stille und das Schweigen sich einig sind.
Denn du bist die Stille
und ich das Schweigen,
und wir schauen uns den Spiegel der Zeit an
und laufen die Straße des Lebens entlang
und treffen uns immer wieder
irgendwo in der Mitte. 


Katerina Mestre


Begegnung im Restaurant

Eine Vase mit zwei Rosen –
ein Mann sitzt an einem Tisch – mit blauen Hosen.
Da kommt der Wirt: „Was wünschen Sie zu bestellen?"
„Sie kommt immer zu spät ...", draußen hört man Hunde bellen.
Die Tür geht auf, sie tritt herein;
er will sie küssen, sie sagt nur: „Nein."
Sie setzen sich – er hinterher –
er lächelt gequält, weiß gar nichts mehr. 
Sie raucht eine Zigarette, er trinkt seinen Wein;
sie sagt: „Wir trennen uns endgültig, der Hund bleibt aber mein."
Sein Gesicht wirkt sprachlos, wird langsam rot,
er fühlt, wie er langsam versinkt in seinem Lebensboot.
Sie sagt: „Bin nicht mehr plausibel für deine Gestalt;
den Rest bespreche ich mit dem Anwalt."
Er steht plötzlich auf, schaut ihr direkt ins Gesicht;
auf dem Tisch erlischt das letzte Kerzenlicht.
Er nimmt die Rosen, pflückt sie auseinander –
er atmet tief: Ihr Parfüm riecht immer noch nach Oleander.
Seine Finger sind zerkratzt, er schreit vor Wut und Weh:
„Vergiss nicht diese Rosen zu begraben, wenn ich mich umdrehe und geh'!"
Sie sitzt voll Tränen blass – gibt von sich keinen Laut;
auf ihrer Hand: Ein Blutstropfen rollt über ihre Haut.
Vor Schmerz war dieser Tropfen entstanden, vor Verzweiflung zu sehen,
eine Lebensepoche war zu Ende – ein häusliches Vergehen.

Katerina Mestre


Das Märchen vom Sein

 

Irgendwo in unserem großen, weiten Universum gibt es einen Ort, der unserer Erde sehr ähnlich ist – wir nennen diese Welt Traumwelt. Es ist doch bemerkenswert, dass die Menschen, die dort leben, unsere Welt hier auf Erden so ähnlich betiteln, wie wir ihre, aber sie haben einen anderen Ausdruck dafür: Sie nennen unsere Welt Illusion. 
Die Menschen aus dieser Traumwelt nennen ihren Planeten Sein. Sie sagen, das wahre Leben findet nur auf diesem Planeten Sein statt. Es ist ein wunderbarer Ort, der, wie gesagt, unserer Erde sehr ähnlich ist. Die Menschen vom Planeten Sein kennen auch unsere Welt, und manchmal gehen sie auf unserer Welt, die sie ja Illusion nennen, spazieren. Allerdings nur für eine kurze Zeit, etwa ein paar Stunden. Dann reisen sie ganz schnell wieder zurück zu ihrem Planeten Sein. Sie nennen unseren Planeten Illusion, weil sie nicht wirklich glauben, dass das Leben auf unserem Planeten Erde echt ist. Sie glauben, es sei eine Art Traum, und deswegen nennen sie das Leben auf unserer Erde Illusion. 
Nun, dies ist eine Geschichte von drei Prinzen vom Planeten Sein, die den Mut hatten, auf unserem Planeten Erde eine längere Reise zu unternehmen, um sich – wie sie das selber nennen – selbst zu finden. Und so fängt die Geschichte an: 

Auf dem Planeten Sein gab es viele Königreiche. Einige Königreiche waren sehr alt, andere neueren Zeitalters, aber alle existierten zur selben Zeit. Auf dem Planeten Sein gab es keine Vergangenheit, keine Gegenwart und keine Zukunft, nur eine lebende Zeit. So war es auch, dass man auf diesem Planeten ewig leben konnte und nicht, wie hier auf Erden, sterben musste. Es war ein buntes Gemisch an Kleidung, an Häusern und Menschen, aber im Kern schien das alles zusammenzupassen, denn die meisten Menschen waren glücklich und konnten sich über ihre Lebensführung nicht beklagen. 

An einem etwas entlegenen Ort auf dem Planeten Sein gab es ein kleineres Königreich, dessen König für seine Weisheit sehr bekannt war. Dieses Königreich hieß Alonia. 

Der kleine Stern: 

Eine Weihnachtsgeschichte

 

Im großen, weiten Universum gibt es unzählige Sterne, und wir Menschen mögen bisweilen meinen, sie seien nur schöne, funkelnde Schmuckstücke in der Dunkelheit der Nacht, doch aus vielen anderen Erzählungen wissen wir bereits, dass sie mehr als nur Lichter am Himmel bedeuten. Es ist wohl so, dass der liebe Gott sich etwas dabei gedacht hat, als er diese unzähligen Sterne am Himmel platzierte. So haben die einen bei uns Menschen einen Namen und Abermillionen andere nicht. Manche können wir sehen, andere sind zu weit weg. Wir teilen die Sterne in Kategorien auf, sie heißen unter anderem Planeten, Himmelskörper, Sonnen, Galaxien, und es gibt sehr große Planeten, die wir ganz besonders beachten, aber auch viele winzig kleine, die uns überhaupt nicht interessieren. Von einem winzig kleinen Stern, der einmal in seinem Leben ganz groß herauskam und uns bis heute in Erinnerung geblieben ist, handelt diese Geschichte. 


Das Märchen vom Bernstein-Mädchen

Es war einmal ein junges Mädchen namens Kathy. Sie lebte in einem großen Dorf entlang eines Flusses mitten in einem großen, weiten Land namens Germania. Sie kam aus einer armen, bescheidenen Familie und war ein Halb-Waisenkind, denn ihr Vater, ein sehr begabter Steinmetz und Schuster, starb, als sie vier Jahre alt war. 

Nun mussten sie, ihre Mutter und ihre Großmutter, sehr hart auf den Feldern arbeiten, Gemüse und Obst anpflanzen und ernten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihre Großmutter war ebenfalls eine sehr begabte Frau, und abends, nach der Feldarbeit, nähte sie noch mit der Hand Bettwäsche, Decken, Kissen und Haustücher für andere Leute. Sie bestickte diese wunderschön mit Blumen, Bäumen und anderen Verzierungen und konnte mit dem Verkauf dieser Handarbeiten die Dorfschule für ihre geliebte Enkelin, Kathy, bezahlen. 

Die Großmutter war sehr stolz auf ihre Enkelin, denn obwohl sie jeden Tag so hart auf dem Feld arbeitete, konnte sie vormittags zur Schule gehen und noch viel lernen. Und abends, eine Stunde vor dem Schlafengehen brachte ihr ihre Großmutter das Nähen und Sticken bei. Kathy lernte diese Handfertigkeiten sehr schnell und machte es mit großer Freude, denn so half sie ihrer Großmutter, ihre Aufträge schneller zu erledigen – und sie liebte es, bei ihrer Großmutter zu sein. 

Häufig sang ihre Großmutter bei den Arbeiten alte, andächtige Lieder oder erzählte ihr alte Dorfgeschichten oder Märchen. Kathy und ihre Großmutter waren sich sehr ähnlich und ergänzten sich wunderbar. Doch es brachen schwierige Zeiten an. Über alle Felder im Dorf kam eine Plage, die die ganze Ernte vernichtete. Und dieses Elend traf auch Kathys Familie. 

Die Geschichte vom Sandkorn
 

Eines Abends, als ich meinen kleinen Sohn zu Bett brachte, fiel mir eine Geschichte ein. 


Ich wollte meinem Sohn etwas über die Bedeutung eines jeden Menschen erzählen und wie wertvoll wir alle sind, dass wir einmalig sind, ein jeder für sich verschiedene Aufgaben im Leben hat und wir alle unsere Erfahrungen machen müssen. Alles, was Gott erschaffen hat, besitzt eine Bedeutung. So wie jeder Mensch bedeutungsvoll ist, so ist auch alles Lebendige von Wichtigkeit – jedes Sandkorn, jedes Blatt, jeder Tropfen Wasser, jeder Sonnenstrahl. 


Da ich die Natur über alles liebe und den Zauber ihrer Schönheit meinem Sohn weitergeben wollte, dachte ich, dass ich dies an diesem ruhigen Abend am besten mit einer kurzen Geschichte tun könnte. Er war einverstanden und hörte mir gespannt zu. 


Und so fängt diese Geschichte an: Also ... 


Als Gott die Erde erschuf, fielen Ihm so viele wunderschöne Dinge ein, die er hier auf Erden einpflanzen und verwirklichen wollte. Und so überlegte Er sehr lange, was die Erde zum Leben braucht und wie Er sie gestalten sollte. Er nahm sich viel Zeit, um über wesentliche Dinge wie den Menschen, die Natur, die vier Elemente und den Himmel nachzudenken. Er schuf große Berge und tiefe Täler, Flüsse und Seen, Meere und Ozeane – alles nacheinander und mit der Zeit. Er ließ Bäume wachsen und Blumen sprießen, Er gab den Vögeln Flügel zum Fliegen und manchen wunderschöne Melodien zum Singen. Er schuf unendlich viele Töne und Farben, schuf die Kälte und die Wärme, den Wind und die Sonne, die Sterne und den Horizont, den Tag und die Nacht – das Licht und die Dunkelheit – den Schatten und das Helle. 


Je mehr Er schuf, desto mehr neue Dinge fielen Ihm ein, die Er unbedingt hinzufügen wollte. Er begann mit den großen Dingen und bewegte sich immer mehr zu den kleinen Dingen; und Ihm wurde immer bewusster, wie wichtig sie waren. Auch, wenn kaum ein Mensch so richtig hinschauen würde, hätten sie dennoch eine Bedeutung. Und Er dachte sich, dass Er jedem selbst die Bedeutung und das Hinschauen auf diese scheinbar kleinen Dinge überlassen wolle. Und so erschuf Er eines Tages das Sandkorn.